Website einer nie gegründeten Werbeagentur für Herz, Hirn & Hausverstand Manchmal fragten mich Menschen, warum aus Herzensmarketing nie eine echte Werbeagentur geworden ist.
Die kurze Antwort:
Weil ich Marketing mag.
Das meiste Marketing hingegen mag ich nicht besonders.
Eine eher ungünstige Voraussetzung für die Branche. Ich habe Marketing gelernt.
Ich verstehe, wie es funktioniert.
Wie Aufmerksamkeit erzeugt wird.
Wie Kaufentscheidungen beeinflusst werden.
Wie man Bedürfnisse weckt, die vorher niemand hatte.
Und genau da begann mein Problem. Die Göttin auf Erdurlaub war schon immer etwas irritiert von der Vorstellung, Menschen etwas verkaufen zu sollen, das sie weder brauchen noch wollen.
Vielleicht bin ich altmodisch.
Vielleicht habe ich wie so oft das Kleingedruckte überlesen.
Vielleicht beides. Aber wenn mir jemand erzählt, ein guter Verkäufer könne sogar einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen, bekomme ich bis heute leichte bis eher mittelschwere Schnappatmung.
Warum sollte er das tun?
Braucht der Eskimo einen Kühlschrank?
Falls ja, wunderbar.
Falls nein, warum genau feiern wir das?
Der Cluburlaub Erde hat diesbezüglich manchmal seltsame Hobbys. Zwei Stämme
Stell dir vor, wir leben nicht heute.
Keine Werbeagentur.
Keine Funnels.
Keine Landingpages.
Keine Conversion Rates.
Sondern irgendwo zwischen Galliern, Wikingern oder Indianern. Zwei Stämme.
Die mögen sich nicht besonders.
Warum?
Weiß keiner mehr so genau.
War vermutlich schon immer so. Im ersten Stamm gibt es warme Wollpullover.
Im zweiten hervorragende Lederjacken. Und irgendwo sitzt jemand wie ich.
Völlig ungeeignet für die meisten Stammesaufgaben. Schafe hüten?
Eher schwierig.
Wolle verarbeiten?
Meine Allergien hätten Einwände.
Stricken?
Nur wenn mehr Loch als Pullover gewünscht ist. Aber eines kann ich:
Verstehen, was Menschen wirklich brauchen.
Nicht was sie behaupten zu brauchen.
Nicht was gerade modern ist.
Nicht was die Nachbarn haben.
Sondern was tatsächlich einen Unterschied macht. Und genau deshalb würde ich irgendwann aufbrechen.
Ins Nachbardorf.
Zu den Feinden. Nicht weil ich sie liebe.
Nicht weil ich besonders edel bin.
Sondern weil ich etwas brauche.
Und weil sie etwas brauchen.
Der Rest ergibt sich daraus. Die einzige Form von Marketing, die mich interessiert
Das ist der Teil von Marketing, den ich mag.
Interessen verstehen.
Bedürfnisse erkennen.
Verbindungen schaffen. Nicht manipulieren.
Nicht überreden.
Nicht Druck erzeugen.
Nicht künstliche Knappheit inszenieren. Sondern schauen:
Passt das überhaupt zusammen?
Hilft das wirklich?
Macht das Sinn? Wenn ja, wunderbar.
Wenn nein, dann eben nicht. Meine Falten sind noch da
Vielleicht ist das der Grund, warum Herzensmarketing nie eine Agentur geworden ist.
Denn das moderne Marketing interessiert sich oft mehr für Aufmerksamkeit als für Nutzen.
Mehr für Reichweite als für Wirkung.
Mehr für Verkaufszahlen als für die Frage, ob das Versprochene tatsächlich hält, was es verspricht. Mich hat immer etwas anderes interessiert.
Die einfache Frage: Wenn ich das kaufe, funktioniert es dann auch? Nicht theoretisch.
Nicht statistisch.
Nicht für den Durchschnitt.
Sondern für mich. Denn wenn meine Falten nach sechs Wochen immer noch da sind, hilft mir herzlich wenig, dass die Verpackung hübsch war.
Dass die Kampagne viral ging.
Dass der Duft an Sonnenuntergänge in der Provence erinnert. Meine Falten sind dann immer noch da. Vielleicht war Herzensmarketing deshalb nie ein Unternehmen.
Vielleicht war es immer eher eine Haltung.
Eine sehr altmodische sogar. Eine, die glaubt, dass gute Dinge keine Tricks brauchen.
Dass Menschen klüger sind, als das Marketing oft annimmt.
Und dass Vertrauen nicht entsteht, weil jemand den perfekten Verkaufstext geschrieben hat. Sondern weil irgendwann jemand erlebt: „Moment mal."
„Das funktioniert ja wirklich." Die Göttin auf Erdurlaub findet das bis heute eine erstaunlich vernünftige Form von Marketing.
FreeZe übrigens auch.